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Das neoliberale Schneechaos PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Baraka   
Montag, den 20. Dezember 2010 um 18:14 Uhr

Es ist Winter. Jahreszeitlich zwar noch nicht, aber meteorologisch. Nicht nur formal, sondern auch ganz real. Auch in diesem Jahr. Mit anderen Worten: Es schneit. Oft und viel. Denn es ist Winter.

Interessant zu beobachten ist nun allerdings die massenmediale Berichterstattung hinsichtlich des gegenwärtigen Wetters. Konkret, dass diese tatsächlich nahezu vollumfänglich unfähig zu sein scheint, heutzutage überhaupt noch etwas anderes als Propaganda zu sein. Und wie üblich ist diese Propaganda nicht nur allein tendenziös, manipulativ und volksverblödend, sondern dabei vor allem auch hysterisch und paranoid.

Genauso also, wie dem oft ahnungslosen oder hilflosen Nachrichtenkonsumenten permanent wahlweise eine Klimaapokalypse, eine Virenapokalypse, eine Islamisierungsapokalypse, oder eine Geldsystem- oder Wirtschaftsapokalypse um die Ohren gehauen und ins Hirn geprügelt wird, macht diese Form propagandistischer Paranoia auch vor dem Wetter nicht halt.

Dies kommt zu kaum einer Jahreszeit deutlicher zum Vorschein als im Winter. Und zwar dann, wenn der Winter das tut, was er zu tun hat, um wirklich Winter zu sein: Land und Leute in eine prachtvolle Schneedecke zu hüllen. Prachtvoll ist Schnee heutzutage aber scheinbar nur noch für hoffnungslose Romantiker. Für den hektischen Alltagsmenschen ist der Winter dagegen mehr ein Ärgernis.

Und um daran bloß keine Zweifel aufkommen zu lassen, erinnern ihn die Massenmedien daran, was es mit winterlichem Schneetreiben in Wahrheit auf sich hat. Auch dies ist durchaus eine Form von kollektiver Schizophrenie, die auf diese Weise affektiv, hysterisch, aber auch systematisch gefördert wird.

Denn sobald Schneeflocken aus einer dunklen Wolkendecke brechen, heiligen Asphalt bedecken und den Winter Realität werden lassen, bricht parallel dazu im massenmedialen Realitätssurrogat ein sogenanntes "Schneechaos" aus. Wahlweise auch eine "Schneekatastrophe". Die masochistische Sucht des funktionalisierten Arbeitsmenschen nach Selbstbestätigung, ja Selbstverwirklichung durch Angst, Ohnmacht und die Hilflosigkeit vor der (schnee-)schauerlichen Macht des erbarmungslosen Winters findet darin vordergründig seinen Ausdruck.

Noch viel mehr aber verschleiert diese paranoide Hysterie ganz wesentlich die wirklichen Probleme, die eigentliche Katastrophe. Was diese an und für sich latent geisteskranke Berichterstattung darüber hinaus eben auch zu reiner Propaganda macht. Für den dressierten Alltagsmenschen mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Werbespots mag der Winter ein bequemer Sündenbock sein.

Mit einem etwas besseren Erinnerungs- oder zumindest Reflexionsvermögen kann man aber leicht dahinter kommen, dass Schnee im Winter eben nichts außergewöhnliches, und schon gar nichts katastrophales ist. Sondern eben ein sich jährlich wiederholendes Phänomen. Erst recht, wenn es sich dabei um einen völlig normalen, einem richtigen Winter und unseren Breitengraden angemessenen Schneefall handelt, wie er derzeit stattfindet.

Dann handelt es sich dabei eben in keiner Weise um ein "Schneechaos", sondern schlicht und einfach um "Winter". Das Chaos, das uns die Massenmedien vorzelebrieren, ist nicht Wintergemacht, sondern ganz im Gegenteil gänzlich menschengemacht. Abgesehen von der propagandistischen Aufbereitung und Inszenierung eines "Schneechaos" ist seit Jahren der beschleunigte Verfall einer angemessen Handlungsfähigkeit dieser Gesellschaft bei winterlichen Wetterbedingungen zu beobachten.

Dies betrifft im Besonderen die infrastrukturelle Organisation. Zugeschneite, ungeräumte Straßen, besonders Nebenstraßen, oder Gleise sind kein übliches, naturgesetzmäßiges Phänomen in unseren industrialisierten Breitengraden. Ganz im Gegenteil sind sie gewissermaßen ein relativ neues Phänomen. Sie sind die Folge des neoliberalen Privatisierungsterrors, der die früher üblicherweise von Städten und Kommunen organisierte Straßenmeisterei immer öfter in privatwirtschaftliche Hände legt.

Dies ist billiger, kostet die Kommunen (angeblich!) weniger - und bringt den Menschen immer weniger. Denn privatwirtschaftlich organisierte Betriebe interessieren die Bedürfnisse der Menschen nicht, außer wenn sie Profit bringen. Primär zählen die Bedürfnisse des Kapitals, das sich akkumulieren und vermehren will. Und dieses Kapital wiederum interessiert sich für im Winter geräumte und befahrbare Straßen oder Gleise keineswegs notwendigerweise. Im Zweifelsfall eher weniger.

Solange und in dem Maße, wie etwa allein bereits ein daraus resultierendes "Schneechaos" besonders gesamtwirtschaftlich lukrativer und profitabler ist. Während das Räumen von Straßen oder generell befahrbare Straßen oder Gleise zu hohen Aufwand, bei zu wenig Ertrag bedeuten. Die Katastrophe, die uns die massenmediale Propaganda um die Ohren haut, ist also in keiner Weise wetterbedingt, sondern eine gesellschaftlich verursachte.

Ganz besonders und konkret ist sie eine neoliberal verursachte. Sie ist die Folge der Ideologie hirntoter Psychopathen, die sich in als Parteien getarnten Steuerhinterzieher- und Kapitalhurensekten wie der FDP organisieren und die Wahnvorstellung einer sich selbst im Interesse und im Sinne der Bedürfnisse der Menschen organisierenden Kapitalverwertung propagieren.

Dass die zügellose Selbstverwertung von Zinskapital primär parasitärer und kannibalistischer Natur ist, als wirklich hilfreich und freiheitlich auf die Gesellschaft einzuwirken, kann sich jedem Menschen bei Gebrauch seiner Vernunft erschließen. Neoliberalen Fanatikern fehlt diese Eigenschaft aber grundsätzlich, neben sozialen Kompetenzen wie Empathie, Gewissen, Anstand und Menschlichkeit. Während paranoide und größenwahnsinnige Geisteskrankheiten dagegen wiederum umso mehr ausgeprägt sind.

Es ist nicht sonderlich schwer zu verstehen, dass sich derartig pathologische Einflüsse nur destruktiv auf jedes sozioökonomische Gefüge auswirken können. Der ruinöse Charakter einer neoliberalen Gesellschaftsordnung zeigt sich aber nicht nur im Privatisierungswahn und dessen oft verheerenden, eben "katastrophalen" Folgen für Mensch und Umwelt, sondern grundsätzlich auch in einer ökonomistisch funktionalisierten Lebens- und besonders Arbeitsweise, die von einer natürlichen, biologisch angemessenen Lebensführung völlig entfremdet ist.

Warum muss man eine Erwerbsarbeitsstelle dutzende Kilometer weit von seinem Wohnsitz entfernt haben? Im Winter zeigt sich erst in aller Deutlichkeit, wie wenig natürlich und sinnvoll derartige Auswüchse der Vereinahmung und Instrumentalisierung von Menschen durch den neoliberalen Wachstumskapitalismus wirklich sind.

Warum muss im Winter überhaupt im üblichen Ausmaß gearbeitet werden? Erst recht angesichts der gegenwärtigen Überfluss-Ökonomie. Weil es dann weniger Wachstum gibt? Wie furchtbar. Noch so eine hirntote Propagandalüge. Der man schlicht und einfach das sprichwörtliche "Weniger ist mehr" entgegen halten kann. Aber auch dieser Wachstumskult und der dahinter wirkende Wachstumszwang sind Auswüchse und Folgen des verselbstständigten Zinskapitalismus.

Das sich permanent überakkumulierende, und damit massiven und unentwegt zunehmenden Mangel an Liquidität erzeugende Zinskapital ist die wirkliche und eigentliche Katastrophe dieser Gesellschaft. Und die Abrichtung von Menschen auf dessen Bedürfnisse bzw. Mechanismen der Selbstverwertung. Und das nicht nur im Winter, und wenn es schneit.

Wo bleibt da die so vielbeschworene Flexibilität, die vom neoliberal dressierten Arbeitsmenschen verlangt wird? Wie üblich erweist auch dies sich als hohle neoliberale Plattitüde. Sie dient lediglich dem Zweck der Instrumentalisierung und Abrichtung von Menschen. Eine derart durch Leistungs- und Wachstumskult verformte Gesellschaft versinkt im neoliberalen Sumpf des unausweichlichen Kollaps einer dem Zinskapital unterworfenen Produktionsökonomie.

Und im Winter bleibt sie im Schnee stecken. Etwa weil die zwei verbliebenen der ursprünglich zehn vorhandenen Räumfahrzeuge einer Stadt eher die Baustelle eines lukrativen Milliardengrabes freischaufeln, statt die Straßen dieser, die Kosten für eine selbst organisierte Schneeräumung einsparenden Stadt. Mal sehen, wie das erst in einem richtigen Winter wird.

Dann bekommen die Massenmedien möglicherweise ein Problem. Da diese ihr ganzes hysterisch-apokalyptisches Propagandapulver ja bereits beim gegenwärtigen völlig normalen Schneetreiben verpulvern. Natürlich darf man die gegenwärtigen Witterungsbedingungen nicht allzu sehr verharmlosen. Es ist wirklich schon erstaunlich, dass es bisweilen mehrere Tage einfach so durchschneit. Wer hätte damit schon gerechnet, im Winter?


 

 

 

 

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