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Schluckspecht Reloaded: Der Wachstumskult – ein rassistischer Glaubenswahn PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Baraka   
Samstag, den 10. September 2011 um 23:43 Uhr

Jeder der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler.“ (Kenneth Boulding)

FDP-Schluckspecht Rainer Brüderle offenbarte sich kürzlich als die körperliche Manifestation von vor allem politischer Unzurechnungsfähigkeit an sich. Wie hat er das geschafft? Er versuchte sich als Biologe. Am Beispiel von Pflanzen versuchte er zu begründen, warum die Wirtschaft wachsen müsse. Was nicht wachse, sterbe, fantasierte der Schluckspecht.

Damit also die Wirtschaft nicht sterbe, müsse sie wachsen. So einfach kann es sein – wenn man es sich so einfach macht. Eine politische Meisterleistung war es auf jeden Fall: Mit einfachen Worten, einem simplen Vergleich hat Schluckspecht Brüderle mal eben den neoliberalen Wachstumskult biologisch erklärt und gerechtfertigt.

Es ist ein altbekanntes Muster der modernen, rationalistischen Wissenschaft: Religiöse Wahnvorstellungen, unhinterfragbare Dogmen und Glaubenssätze, werden scheinbar „wissenschaftlich“ hergeleitet, belegt und nachgewiesen. Ein weltanschauliches Wahngebilde erscheint dann plötzlich „vernünftig“. Das ist es auch – im Verständnis des Liberalismus.

Dasselbe Muster kennt man auch aus dem Rassismus. Dort hat es auch seinen unmittelbaren Ursprung, aus dem es zur dialektischen Grundlage des bürgerlichen Liberalismus, also des obrigkeitsstaatlichen und wirtschaftstotalitären Freiheits- und Vernunftverständnisses wurde. „Arbeit macht frei“ lautet das liberale Kerndogma, das aus der sozialdarwinistischen und rassistischen Ursuppe des Liberalismus entsprungen ist.

Auch der Rassismus versuchte und versucht sich „wissenschaftlich“ herzuleiten und zu legitimieren. Dies war die Geburt des Darwinismus, der Infektionstheorie, der Schulmedizin, der Genetik, letztlich der nahezu gesamten Biologie, der Lehre vom Leben. Vom Leben wohlgemerkt, nicht vom Wachstum.

Dieses größenwahnsinnige Moment, das also alles unentwegt wachsen müsse, um am Leben zu bleiben, ist neben der Paranoia, dass sich das Leben in einem immerwährenden Kampf gegen das Böse, das Entartete, das Minderwertige befinde, zentrales Charakteristikum rassistischen Denkens und Erlebens. Auf Gesellschaft, Politik und Wirtschaft übertragen werden sie zum Sozialrassismus oder Sozialdarwinismus.

Der wirtschaftliche Wachstumskult ist so ein übertragener Wahn, der sich in rassistischer Weltanschauung gründet, und politisch moralisiert zwangsläufig in faschistischer Weltanschauung mündet. Demgegenüber steht nun die biologische Tatsachenrealität. Und in dieser, bzw. in unserer Erfahrung dieser gibt es nun tragischerweise Bereiche, die trotz aller pseudowissenschaftlichen, nämlich rassistischen Entstellung der Biologie an sich, recht nüchtern und klar betrachtet werden können.

Tragischerweise für dem Wachstumskult verhaftete Politiker. Denn das Phänomen des Wachstums ist nun gerade so ein Fall, wo relativ große Klarheit darüber herrscht, welche Rolle es im Leben, in lebendigen, dynamischen Systemen spielt. Umso mehr wird die Wahnhaftigkeit, die völlige Unzurechnungsfähigkeit solcher Politclowns wie dem FDP-Trunkenbold Brüderle, aber auch der (neo-)liberalen Ideologie, die sie beherrscht, auf ganzer Linie bloßgestellt.

Das Erschreckende ist also nicht, dass Brüderles verbaler Auswurf im Zustand der Trunkenheit zustande gekommen sein könnte, sondern dass er dies vielleicht vielmehr im nüchternen Zustand herbeifantasierte. Genauso erschreckend, so wichtig ist auch die Erkenntnis, dass das Gelalle und Geschwätz der Politiker-Aufzucht des bürgerlich-liberalen Parteienzirkus selbst im trockenen Zustand eine Unzurechnungsfähigkeit aufweist, für die bei parteipolitisch unverdorbenen Menschen mindestens zwei Promille und mehr notwendig sind.

Der FDP-Suffkopp Brüderle ist laut seiner Vita 66 Jahre alt. Bei einem also wenigstens physisch einigermaßen normalen Reifungsvorgang hätte er vor rund 46 Jahren aufhören müssen zu wachsen. Das wäre die naheliegendste Betrachtungsweise gewesen – aber zu einer wahnhaften Denk- und Glaubensstruktur gehört eben auch eine ausgeuferte dissoziative Wahrnehmung.

Die Folge ist dann letztlich eine Realitätsfremdheit, die jene abgrundtiefe Unzurechnungsfähigkeit ausmacht, wie sie für Politiker im liberalen Parteienstaat nicht nur charakteristisch, sondern regelrecht zwingend notwendig ist, um im obrigkeitsstaatlichen Parteien- und Verwaltungsapparat überhaupt Karriere machen zu können.

Die Unzurechnungsfähigkeit des neoliberalen Schluckspechts Brüderle verhinderte nicht nur seine nüchterne (sic!) Selbstbetrachtung, sondern führte zugleich auch noch zu einem absonderlichen Ausflug in die Flora und Fauna. Wer weiß, wann Brüderle zuletzt mit Pflanzen, oder überhaupt mit irgendetwas lebendem zu tun hatte, zumindest bewusst, oder in nüchternem Zustand.

Dass genau wie Menschen auch Pflanzen nur eine begrenzte Zeit lang wachsen, bis sie ausgewachsen sind, und ihre eigentliche Lebensform erreicht haben, könnte man wissen, ohne dass man überhaupt Biologie-Kenntnisse braucht. Ein wenig Biologie- oder zumindest Medizin-Kenntnisse könnte man allerdings dafür brauchen, um zu wissen, dass es durchaus etwas gibt, das unter bestimmten Bedingungen unablässig wächst.

Sogar exponentiell – wie die Wirtschaft das nach Meinung neoliberaler Fanatiker auch tun sollte. Dieses Etwas nennt man Krebs. Dass dies nichts Gutes verheißt, im allgemeinen Verständnis als schwere Krankheit gilt, ist ebenfalls ohne tieferes Wissen, sei es schulmedizinisch oder neumedizinisch geprägt, als Einsicht möglich.

Offenbar nicht bei einem Trunkenbold wie Brüderle. Bei anderen Politikern dürfte es nicht anders aussehen. Reicht der Wachstumskult doch bis weit in das linke Parteienspektrum herein. Und um den zu legitimieren, muss man die Tatsachenrealität systematisch ausblenden. In dieser aber gibt es aber nur unter ganz bestimmten, vereinfacht ausgedrückt „krankhaften“ Bedingungen ein stetiges Wachstum. Aber selbst diese hält nicht ewig, sondern endet mit dem Tod des Betroffenen.

Unter ebenfalls vereinfacht ausgedrückt „natürlichen“ Bedingungen aber ist jedes Wachstum begrenzt, und auch nur innerhalb natürlicher Grenzen sinnvoll. Um das zu erkennen, reicht eine gesunde, nüchterne (sic!) Auffassungsgabe der Natur. Der realen Natur an der frischen Luft – nicht der Sitzgarnitur der von Parteienärschen vollgefurzten Parlamente.

Aber außer vielleicht dem Mief des Dissoziativen, Realitätsfremden und ewig gestrigen wächst auch da nichts. Besonders eben keine Auffassungsgabe und Erkenntnis über die Realität. Weder die biologische, noch die wirtschaftliche, noch die soziale. Und genau hier ruht eines der Kernprobleme der Gegenwart: Die politische Parteienstaatsrealität ist eine von jeder natürlichen Realität abgekoppelte Blase. Ein steriles, totes Schauspiel, das sich selbst unterhält. Ein Totentanz.

Im Parteienstaat, diesem gewissermaßen also intelligenzfreien Obrigkeitssystem, kann zwangsläufig nichts (Konstruktives) wachsen. Im Gegenteil. Daher gibt es vielleicht noch einen weiteren Grund, dass Brüderle bei der Rechtfertigung seines Wachstumswahnes den Blick auf sich selbst vermeiden musste. In seinem Alter kommt es zuweilen vor, dass der Mensch nicht nur schon lange nicht mehr wächst, sondern sogar schrumpft.

Als Schrumpfkopf mit Schrumpfhirn ist es tatsächlich schwer, rassistische Wahngebilde wie den Wachstumskult und den gesamten (Neo-)Liberalismus mit glaubhaften Argumenten zu untermauern. Neben aller körperverletzenden Dummheit und unfreiwilligen Komik des Trunkenboldes Brüderle ist dies letztlich doch eine ausgesprochen gute Nachricht.

Um die Demokratie ist es aber dennoch schlecht bestellt. Genauer gesagt: Es gibt sie gar nicht. Denn in einem liberalen Parteienstaat, der letztlich ein (sozial)rassistischer Obrigkeitsstaat ist, gibt es folglich keinen Platz für eine freiheitliche Gesellschaftsordnung, und also auch für einen demokratischen Staat. Das politische Parteientheater lässt aber freilich keine Gelegenheit aus, sich selbst der Öffentlichkeit als Demokratie auszugeben und vorzuspielen.

Und die fällt bislang noch immer flächendeckend darauf herein, und beschäftigt sich anstelle der wirklich dringenden Probleme mit Scheinproblemen. So zerbricht sie sich z.B. derzeit mal wieder den Kopf darüber, wie der Parteienstaat mit „Neonazi“-Parteien umgehen soll. Diese Frage kommt immer dann auf, wenn eine solche Partei bei einem „Wahlen“ genannten Abstimmungstheater mal wieder den Einzug in eines der Parlamente, in eine herrschaftliche Polit-Manege geschafft haben.

Dann kriechen die Vorzeige-Demokratoren aus ihren Löchern und zeigen ihre Toleranz in aller liberaler Spitzfindigkeit durch die Intoleranz gegenüber der großspurig herbei zitierten Intoleranz im Namen der noch großspuriger und selbstherrlicher herauf beschworenen Toleranz. Diese Vorzeige-Demokratoren und Toleranz-Spezialisten verkriechen sich meistens auch so schnell wieder in ihren Löchern, wie sie hervor krochen.

Gerade jetzt aber ist es wieder akut: Die NPD, eine kleine Nazisekte, ist mit sechs Prozent in den Landtag desselben Bundeslandes eingezogen, das auch eine SED-Funktionärin als Bundeskanzler-Darstellerin über uns gebracht hat. Nun gut, es kann nicht wirklich was dafür. Und auch nicht dafür, dass es jetzt im erregten Blickpunkt der liberalen Inquisitoren steht.

Aber auch dies ist ein bezeichnendes Bild, dass der Parteienstaat und sein medialer Propaganda-Apparat abgeben. Statt das akute und massive Freiheits- und Demokratie-Defizit anzugehen, bläst man eine Sechs-Prozent-Partei zur drohenden Apokalypse auf. Die NPD wolle die Demokratie von innen aushöhlen und habe sich im „vorpolitischen Raum“ eingenistet, so heißt es unheilvoll und bedeutungsschwanger.

Solche dabei entworfenen Bedrohungsszenarien tragen selbst bereits das klassische Muster rassistischer Paranoia in sich: Der entartete, sich einnistende Volksschädling. Das wird so natürlich nicht gesagt, aber gemeint. Ferner wird immer suggeriert, es gäbe so etwas wie eine funktionierende Demokratie, eine freiheitliche Gesellschaft also, und kleine „Neonazi“-Parteien würden sie bedrohen.

Diese propagandistische Suggestion ist deshalb so perfide, weil sie die Tatsachenzusammenhänge auf den Kopf stellt. Denn erst umgekehrt wird ein Schuh daraus: Es ist der eklatante Mangel an freiheitlichen Strukturen dieser Gesellschaft, die „Nazis“ nicht nur hervorbringt, sondern sie bestens unterhält.

Viel mehr noch: Nazis, im weitesten und damit deutlichsten Sinne, sind keineswegs eine gesellschaftliche Randerscheinung, sondern hausen und hausieren in der Mitte der Gesellschaft. Eine Randerscheinung sind solche kleinen Nazisekten wie die NPD, und als das sollte man sie daher auch betrachten und behandeln.

Eine viel größere Bedrohung ist das grassierende, und nie angetastete strukturell nationalsozialistische, also (sozial-)rassistische und totalitäre Gedankengut der bürgerlich-liberalen Gesellschaft und ihrer großen, konventionellen Parteien. Stattdessen aber die kleine Nazisekte NDP zum politischen Antichristen aufzublasen, ist dagegen ein prima Ablenkungsmanöver.

Was soll es bewirken, den Untergang des demokratischen Abendlandes durch eine Sechs-Prozent-Partei herbei zu fantasieren? Soll es die NPD sympathisch machen? Denn die Unterhöhlung und Vernichtung des gegenwärtigen, als Demokratie getarnten und propagierten Parteienstaates ist per se nicht gerade das schlechteste Vorhaben.

Entscheidend ist, welche Alternative kommt stattdessen. Eine wirkliche Alternative ist bei der NPD und ähnlichem Neo-Alt-Nazi-Gesindel kaum zu erkennen. Dafür ist die NPD viel zu sehr Kind des Parteienstaates, der parlamentarischen (Wirtschafts-)Diktatur, des sozialdarwinistischen Obrigkeitsstaates. Letztlich des Liberalismus selbst, dessen nationalistischen und rassistischen Ursuppe.

Der liberale Obrigkeitsstaat und dessen Arbeitsethos und Wachstumskult, werden letztlich gar nicht angetastet werden. Sie stellen den gegenwärtigen, real-existierenden Krypto- oder Post-Nationalsozialismus im nachkriegsliberalen Gewand dar. Eine sozialdarwinistische Wirtschaftsdiktatur, getragen und bedient von einer parlamentarisch-ministerialbürokratischen Parteienstaatsdiktatur.

Dessen Politik letztendlich von nichts weiter bestimmt wird, als einem ewig währenden Wachstum, das für nie ausgehende Arbeit sorgt, die frei macht. Dies ist das über allem schwebende, alles vereinahmende, funktionalisierende und verwertende Heilsversprechen des Liberalismus. Der Unterwerfungskult des liberalen Faschismus. Die Sklavendoktrin des modernen Feudalismus. Die kollektive Geisteskrankheit der bürgerlichen Moderne.


 

 

 

 

 

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