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Freiheit durch Grundeinkommen - statt Arbeitskult PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 14. Oktober 2011 um 21:17 Uhr

Anhand der aufkommenden und zunehmenden Diskussionen um ein Bedingungsloses Grundeinkommen zeigt sich, dass es dabei vor allem um das bisherige, bestehende Konzept von Ökonomie und Sozialstaat geht. Es zeigt sich, dass sich die Gegner dieses Konzeptes eines Bedingungslosen Grundeinkommens zutiefst bedroht fühlen. Völlig zurecht.

Das bedingungslose Grundeinkommen reformiert die gegenwärtige Ökonomie und Gesellschaftsordnung nicht nur – es zersetzt diese grundlegend. Bedroht sind dabei allerdings nicht Ökonomie und Gesellschaft an sich, sondern vielmehr die bestehende paternalistische und feudalistische Zwangsarbeitsgesellschaft und der an diese geknüpfte Sozialstaat.

Die Argumentationsstruktur der konservativen Verfechter und Anhänger dieser bestehenden ökonomischen Herrschaftsordnung kreist letztlich um ein moralistisches Kerndogma – das Kerndogma der bürgerlichen Moderne, des Liberalismus schlechthin: "Arbeit macht frei". Dies kann so explizit aber nicht gesagt werden, weil dann die historischen Wurzeln dieses Dogmas und dessen Geist bloßgestellt werden würde.

Es kann daher immer nur angedeutet und umformuliert werden. Arbeit und Leistung müssen sich lohnen, heißt es dann zum Einen, und zum Anderen, dass Arbeit und Leistung Antrieb, Anreiz und Ansporn bräuchten. Nicht nur die Belohnung, sondern auch die Bestrafung. Die Strafe der Armut und Würdelosigkeit, bis hin zur Existenzvernichtung. Durch Einkommen nur gegen Arbeit, durch arbeiten um zu leben, kurzum: mit Zuckerbrot und Peitsche soll der Mensch regiert werden, soll er unterworfen werden – und dies als Freiheit empfinden können, sogar müssen.

Ein ausgegrägter Arbeits- und Leistungskult wird dabei ebenso offensichtlich, wie der Herrschaftsanspruch und die moralistische Essenz dahinter: "Arbeit macht frei". Das argumentative Konzept dieses Arbeitskultes ist simpel: Dem Grundeinkommen muss jedes Freiheitspotenzial abgesprochen werden – nur Arbeit darf dieses Potenzial haben. Nur Arbeit soll frei machen. Und nur an diese Freiheit durch Arbeit soll der Mensch glauben. Der zur Arbeit abgerichtete "Bürger".

Nur Arbeit darf frei machen. Das Grundeinkommen dagegen führt in die Apokalypse. Aus der Perspektive des herrschenden Systems stimmt dies uneingeschränkt und ausnahmslos. Aus einer aufgeklärten, humanistischen Perspektive belegt dies zugleich den Freiheitscharakter des bedingungslosen Grundeinkommens: Dessen Ziel nämlich ist die Erosion und Überwindung herrschaftlicher Strukturen. Mitsamt deren dogmatisch-moralistischen Legitimationen.

Das Grundeinkommen ist das primäre und zentrale politische Instrument, dass der Herrschaft der Ökonomie über die Gesellschaft ein Ende bereitet, und stattdessen die Gesellschaft wieder bzw. überhaupt erstmals in die Rolle des politischen Souveräns führt. Indem die Arbeit ihre Rolle als primäres und zentrales Gesellschaftsmodell verliert. An ihre Stelle rückt das Recht zu leben, und somit das Leben selbst, in seiner Vielfalt und Komplexität.

Realisiert werden diese durch die Menschen selbst. Sobald sich ihr Recht zu leben politisch entfaltet, ausweitet und realisiert in dem Recht auf gesellschaftliche, kulturelle, soziale und ökonomische Teilhabe und Mitbestimmung. Diese Rechte impliziert das Grundeinkommen. Die Arbeit dagegen pervertiert und zerstört diese Rechte, bzw. lässt sie gar nicht erst zu.

Das Arbeitseinkommen – das ausschließlich an Arbeit, anstatt an das Recht zu leben geknüpfte Einkommen – errichtet anstelle einer Teilhabegesellschaft, welche ihre Ökonomie beherrscht, eine Zwangsarbeitsgesellschaft, welche von ihrer Ökonomie beherrscht wird. "Arbeit macht frei" moralisiert und legitimiert diese Herrschaft als und im Liberalismus, als "Freiheit".

Darum muss dieses Dogma bloßgestellt werden, als das, was es ist. Erst wenn dieses Dogma fällt, fällt mit ihm auch die Herrschaft der Arbeit, und die über Arbeit errichtete und legitimierte Herrschaft der Ökonomie über den Menschen. "Arbeit macht frei" ist nicht nur eine Lüge, sondern auch eine Pathologie. Es ist ein Herrschaftsinstrument, und es ist Herrschaftsideologie und Herrschaftsmoral. Und noch immer beherrscht es das Denken vieler Menschen.

Sämtliche vom Arbeit-macht-frei-Dogma befallenen und zersetzten Geisteshaltungen und Weltanschauungen sind in gewisser Weise nicht nur "rassistisch" sondern auch "krypto-nazistisch". Somit handelt es sich in diesem Sinne um verkappte Nazi-Ideologien, die sich lediglich anhand von spezifischen ideologischen Moralisierungen und Rationalisierungen voneinander unterscheiden.

 

Der „Arbeit-macht-frei“-Masochismus 

"Arbeit macht frei" durchwirkt und zersetzt sämtliche sozialistischen und liberalen Geisteshaltungen. Im Besonderen die Sozialdemokratie. Auch und gerade die Sozialdemokratie ist eine Krypto-Nazi-Ideologie – eine lediglich etwas liberalere, rationalistischere, internationalistische, kleinbürgerlichere Form des Nationalsozialismus. Daran lassen Psychopathen wie Gabriel oder Müntefering keine Zweifel aufkommen.

In einem Gespräch mit der FAZ sagte Gabriel jüngst, dass die Debatte um ein Bedingungsloses Grundeinkommen die Grundlagen des Wohlstandes in Frage stelle. Das Bewusstsein dafür, dass Arbeit und Leistung die Grundlage für Wohlstand seien, nehme ab. Es müsse klar gesagt werden, dass die Grundlage unseres Lebens Leistung, Qualifikation und auch die Akzeptanz von Belastungen sei, so Gabriel. Die SPD sei die Partei der Arbeit und der fleißigen Leute.

Ein grandioser Offenbarungseid ist dabei bereits die rein materielle, ökonomistische Reduktion von Wohlstand auf Arbeit bzw. Produktivität. Dass Wohlstand auch eine weit über Arbeitsfetischistische Dissoziationen hinaus gehende Lebensqualität bedeuten kann, darauf kommen sozialdemokratische Krypto-Nazis freilich nicht.

Viel zu groß ist die Gefahr, mit Lebensqualität dann nämlich auch emanzipatorische Lebens- und Gesellschaftsentwürfe zu verbinden, die den ökonomistischen, insbesondere mechanistisch-funktionalistischen Zwangscharakter der Arbeit und deren Fetischisierung zu überwinden trachten. In denen Arbeit nicht mehr als kultisch-masochistischer Selbstzweck betrachtet wird, sondern bestenfalls als Mittel zum Zweck. Letztlich gar zum Zweck ihrer eigenen Überwindung.

Zum Zweck der Emanzipation, nicht nur der Gesellschaft, von der aufoktroyierten, mechanistisch strukturierten Arbeit, sondern zu diesem Zweck auch der Arbeit, der Produktivität selbst. Jenseits eines masochistischen Arbeitsfetisch ist Wohlstand also kein Resultat besinnungsloser Produktivität, sondern vielmehr ein sozialer Lebensentwurf.

Ein gesellschaftliches Ideal, das eine möglichst hohe Bedarfsbefriedigung bei möglichst wenig Arbeitsaufwand, insbesondere bei möglichst wenig entmenschlichter, mechanistischer (Zwangs-)Arbeit, also auch einen entsprechend hohen technologischen Fortschritt und eine hohe Rationalisierung der Produktivität vorsieht.

Wohlstand beinhaltet so viel mehr an sozialen und kulturellen Errungenschaften, sowie individueller und kollektiver Freiheit, als bloße wirtschaftliche Prozesse und bloßen materiellen Besitz. Ganz im Gegenteil entlarvt sich das gegenwärtige wirtschaftliche System einer der Kapitalverwertung unterworfenen Produktivität letztlich, und besonders gegenwärtig als äußerst destruktiv gegenüber sozialen und kulturellen Bereichen.

Deren völlige Ökonomisierung schafft weder Fortschritt, noch Wohlstand, sondern produziert letztlich bloß Konformität, Einfalt und Armut, geistige, wie materielle. Aber Sozialdemokraten und allen anderen Neo- und Krypto-Nazis geht es darum auch gar nicht. "Fortschritt", "Wachstum", "Wohlstand" und "Freiheit" sind nichts weiter als ihre ideologischen Affirmationen, Dogmen, Surrogate, Dissoziationen.

Mit denen moderne wie konventionelle "Krypto-Nazis" ihren Masochismus, ihre hingebungsvolle, selbstaufopfernde Unterwürfigkeit moralisieren, und derart moralistisch letztlich kompensieren. An allererster, höchster Stelle steht dabei die "Arbeit". Dieser muss sich alles unterwerfen. Und dieser Zustand der völligen Unterwerfung, des völligen Ausgeliefert-seins, das ist "Freiheit", in der dissoziativen, masochistischen Wahrnehmung eines faschistischen, "krypto-nazistischen" Geistes.

 

Die Ökonomisierung der Gesellschaft

Dementsprechend ist "Arbeit macht frei" nicht nur das Leitmotiv des eigentlichen, originären Nationalsozialismus, sondern auch sämtlicher krypto-nazistischer, also strukturell nationalsozialistischer, sozialrassistischer Ideologien. Der Arbeit-macht-frei-Masochismus ist die weltanschauliche Grundlage für die völlige Ökonomisierung der Gesellschaft – durch Arbeit. Für die Unterwerfung des Menschen unter eine abstrakte, anonyme, mechanistische, entmenschlichte, denaturierte, verselbstzweckte Produktionsmaschinerie – durch Arbeit.

Für die Unterwerfung der Arbeit, der Produktivität unter die Mechanismen der Kapitalverwertung. Diese Ökonomisierung der Gesellschaft verwandelt alles in Ware und Kapital, macht alles käuflich, zu bloßer Funktion im Prozess der Umwandlung von Kapital. Für dessen Unterhalt die verselbstzweckte Arbeit, die Produktivität zum Selbstweck sorgt.

Verselbstzweckt durch Verselbstständigung. Die Verselbstständigung der Arbeit, der Produktivität in Kapitalverwertung, in Kapitalakkumulation. In ökonomisierten Wohlstand zum Selbstzweck, unterhalten durch Arbeit zum Selbstzweck, mit dem Resultat einer Zwangsarbeitsökonomie durch eine ökonomisierte Gesellschaft.

Von der Ökonomisierung der Gesellschaft ist also zwangsläufig auch ihr (angestrebter) Wohlstand betroffen. Die Unterwerfung des Menschen beginnt mit der Ökonomisierung seiner Arbeit, und endet mit der Ökonomisierung seines Wohlstandes. Ein solcher ökonomisierter Wohlstand ist nur noch Synonym für Wachstum.

Wenn Arbeit-macht-frei-Masochisten von Wohlstand sprechen, dann ist damit niemals wirklicher, gesellschaftlicher Wohlstand gemeint, sondern immer nur Wachstum. Besinnungslose Kapitalakkumulation, der schließlich auch Arbeit bzw. Produktivität völlig unterworfen ist. Verselbstständigtes Wachstum, das keinen Wohlstand schafft, sondern immer nur neue Arbeit, zu immer schlechteren Bedingungen, auch Einkommensbedingungen hervorbringt.

Eine Wachstumsmaschinerie, getragen von einer Produktionsmaschinerie, getragen vom Heilsversprechen des Wohlstands. Die Realität dagegen ist nur ein zwanghaftes, verselbstzwecktes Arbeiten anstelle gesellschaftlichen Wohlstandes. Eine ökonomisierte Gesellschaft, deren ausufernde Produktivität als Wohlstand propagiert wird. Tatsächlich aber ist immer nur Wachstum gemeint.

Abgesehen davon, dass gesellschaftlicher Wohlstand viel mehr ist, als nur ein rein ökonomischer Maßstab. Und abgesehen davon, dass materieller, ökonomischer Wohlstand auf Einkommen, auf Grundkapital basiert, der Arbeit und Produktivität überhaupt erst ermöglicht, während diese ihrerseits das Realisieren und die Realisation von solchem Grundkapital bzw. verkapptem Grundeinkommen darstellen. Dies ist fundamentaler Bestandteil des Prozesses der Kapitalverwertung.

 

Grundeinkommen: Teilhabe statt Unterwerfung 

Man kann als Arbeitnehmer ja mal versuchen, zu arbeiten, ohne sich zuvor und dabei mit Nahrung, Obdach und weiteren kleinen Sinnesfreuden zu versorgen, die nicht nur das Arbeiten, sondern überhaupt das (Über-)Leben erst ermöglichen. Genauso, wie man als Arbeitgeber, als Unternehmer ja mal versuchen kann, ohne Grund- und Eigenkapital eine Unternehmung aufzubauen und produktiv zu werden.

Also Güter oder Dienstleistungen, und zu diesem Zweck zudem vermutlich auch den ein oder anderen Arbeitsplatz herzustellen und anzubieten, lange bevor die ersten Gewinne aus Umsätzen überhaupt generiert worden sind, bzw. überhaupt generiert werden können. Jede Produktivität, und jede Nachfrage, jede Bedarfsbefriedigung, ob nach Produktivität oder deren Erzeugnissen, braucht eine materielle Grundlage, braucht – in der modernen, fremdversorgerischen, monetarisierten Marktwirtschaft – ein Grundkapital, ein „Grundeinkommen“.

So sieht die empirische, ökonomische Tatsachenrealität aus – jenseits von Masochismus, Unterwürfigkeit, Paranoia und deren dissoziativen, autoritären Kompensationen. Das sozialdemokratische Neo- und Krypto-Nazis, genauso wenig wie jede anderen weltanschauliche Ausprägungen von strukturellem Nazismus, keinerlei Bezug zur Tatsachenrealität haben, liegt in der Natur der Sache, in der Natur des Faschismus.

Eben genau dies macht gerade auch den dissoziativen, ja letztlich schizophrenen Charakter faschistischer Geisteshaltungen und Ideologien aus. Geisteshaltungen und Ideologien, die vom dissoziativen Arbeit-macht-frei-Masochismus gezeichnet sind, der den weltanschaulichen Kern des Liberalismus bildet, der aus diesem Grund „Liberalismus“ heißt: Weil die arbeitskultisch-feudalistische Unterwerfung und Opferhaltung als „Freiheit“ empfunden wird.

Der blinde Glaube an, und die bedingungslose Unterwerfung unter den Götzen der Arbeit, masochistisch und mystizistisch dissoziiert als ontologische, naturhafte Notwendigkeit der Arbeit, nämlich für Wachstum, Wohlstand und sogar individuelle, wie kollektive - kulturelle und biologische - Evolution, bildet den kognitiven und weltanschaulich-moralistischen Kern des liberalen Freiheitsverständnisses, des liberalen Freiheitssurrogates.

Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen bleibt davon so gut wie nichts übrig. Das Grundeinkommen fordert und erfordert den einzelnen Menschen als Souverän. Aber nicht länger als Untertan einer Zwangsarbeitsgesellschaft, einer Ökonomie, welche von dem Götzen der Arbeit beherrscht wird. Und von einem auf diesen Götzen ausgerichteten „Arbeit-macht-frei“-Masochismus. Vom Freiheitssurrogat alter und neuer (Krypto-)Nazis.










 

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Das Bedingungslose Grundeinkommen

Auf Publik-Forum.de kann bis zum vierten Mai an einer Umfrage zum Bedingungslosen Grundeinkommen teilgenommen werden.


Frage: Sind Sie für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens?

Solidarität oder Prämie für Aussteiger?
Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) für alle – das ist das heißeste Eisen unter den alternativen wirtschaftspolitischen Konzepten. Mehr als 50.000 Leute haben in einer Petition an den Deutschen Bundestag für ein solches Grundeinkommen plädiert. Kirchliche Verbände wie KAB oder BDKJ verlangen es ebenfalls, der Münchener Bischof Marx ist strikt dagegen. Die Grünen streiten seit vielen Jahren darüber, bei den LINKEN gibt es viele Anhänger dieses Konzepts, manche auch in der Union. Gewerkschaftsmitglieder plädieren mehrheitlich für eine offene Diskussion – ihre Funktionäre lehnen es ebenso ab wie die meisten Politiker in höheren Ämtern.

 

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